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Medizinische Versorgung auf dem Land: Herausforderungen und Konzepte

Auf dem Land gibt es immer weniger Arztpraxen und Krankenhäuser. Es kommt zu Engpässen in der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten in ländlichen Gebieten. Um diesen Engpässen zu begegnen, sind neue Wege und Ideen für die Zukunft gefragt.

Auf einen Blick

  • In ländlichen Gebieten gibt es weniger Ärzte und Kliniken als in Großstädten. 
  • Patientinnen und Patienten müssen längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, wenn sie medizinische Betreuung brauchen.
  • Für viele ländliche Kliniken lohnt sich der Betrieb kaum oder gar nicht mehr. Sie schränken ihre Leistungen ein oder schließen.
  • Verschiedene Maßnahmen sollen die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten sichern.
  • Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem die Nutzung von Telemedizin sowie die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung.
Modernes Krankenhausgebäude zwischen bewaldeten Hügeln.

Welche Herausforderungen gibt es bei der medizinischen Versorgung auf dem Land?

Auf dem Land gibt es andere Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung als in der Stadt. Die  Bevölkerung auf dem Land ist im Durchschnitt älter als in der Stadt. Ältere Menschen haben häufiger chronische Erkrankungen und oftmals auch mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Das erfordert in vielen Fällen eine engmaschige medizinische Betreuung. Demnach ist der medizinische Betreuungsbedarf auf dem Land hoch und wird auch in Zukunft mit dem Alter der Bevölkerung ansteigen. 

Den Patientinnen und Patienten in der Stadt stehen zudem andere Möglichkeiten der Mobilität zur Verfügung. Städtische Krankenhäuser und Arztpraxen sind oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi erreichbar. Auf dem Land ist der öffentliche Nahverkehr oft schlechter ausgebaut. Außerdem sind die Anfahrtswege häufig länger.  Die Patientinnen und Patienten sind daher vermehrt auf die Anfahrt mit dem Auto angewiesen.

Währenddessen schließen immer mehr Arztpraxen und stationäre Einrichtungen in ländlichen Regionen. Die medizinische Notfallversorgung muss sich ebenfalls einigen Herausforderungen stellen. 

Die Gegebenheiten auf dem Land erschweren es zunehmend, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. 

Wer ist für die Organisation der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten zuständig?

In Deutschland hat jeder Mensch im Krankheitsfall Anspruch auf eine medizinische Versorgung – und zwar unabhängig davon, ob er auf dem Land oder in der Stadt wohnt. Verschiedene Behörden sind dafür zuständig, die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen. 

Der Staat übernimmt die Verantwortung für die öffentliche Daseinsvorsorge. Das bedeutet: Der Staat stellt sicher, dass den verschiedenen Bevölkerungsgruppen die gleichen Möglichkeiten der Versorgung zur Verfügung stehen. Zur Daseinsvorsorge gehört zum Beispiel der Zugang zu medizinischer Versorgung im Krankenhaus. 

Die Kassenärztlichen Vereinigungen kümmern sich darum, den Zugang zur ambulanten Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Sie sind dazu sogar gesetzlich verpflichtet. Wie viele Arztpraxen es in einem bestimmten Gebiet gibt, wird durch die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen geregelt. 
Ziel der Bedarfsplanung ist es, eine patientennahe Versorgung unabhängig vom Wohnort oder Einkommen zu gewährleisten. Bei der Bedarfsplanung werden zum Beispiel das Gebiet, die lokale Einwohnerzahl und die Fachgebiete der Arztpraxen berücksichtigt. 
Daraus ergibt sich, dass die Arztsitze in Deutschland zwischen Stadt und Land ungleich verteilt sind. Besonders Facharztpraxen sind in ländlichen Gebieten weniger vorhanden.

Welche Herausforderungen gibt es bei der ambulanten Versorgung in ländlichen Gebieten?

Ein zentrales Problem der Arztpraxen auf dem Land ist es, Nachfolger zu finden. Dass junge Mediziner lieber in der Stadt arbeiten als auf dem Land, hat viele Gründe. Im städtischen Umfeld gibt es mehr kulturelle Angebote sowie ein größeres Angebot an Kinderbetreuung und Jobs für Lebenspartner. Kürzere Wege erleichtern den Alltag und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 

Ländliche Gebiete sind zudem häufig dünn besiedelt. Das kann für eine Praxis ein wirtschaftliches Problem darstellen. Eine Praxis zu betreiben ist nur kostendeckend möglich, wenn die Patientenzahl groß genug ist. 
Wenn immer mehr Praxen in ländlichen Gebieten aus wirtschaftlichen Gründen schließen, entsteht eine Unterversorgung der Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig kommt es zu einer Überlastung der übrigen Arztpraxen. Verstärkt wird die Überlastung der Praxen durch die zunehmend älter werdende Landbevölkerung mit hohem medizinischem Betreuungsbedarf. 

Welche Ideen gibt es für die ambulante Versorgung auf dem Land?

Um die ambulante Versorgung in ländlichen Regionen zu verbessern, gibt es verschiedene Ideen und Möglichkeiten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Landarztquote und Stipendien im Medizinstudium
  • Attraktivität der Arbeit auf dem Land steigern
  • Einrichtung von medizinischen Versorgungszentren
  • Einsatz mobiler Gesundheitsdienste
  • Telemedizin 

Wie tragen die Landarztquote und Stipendien für Medizinstudierende zur Verbesserung der medizinischen Versorgung bei?

Mit der Landarztquote und Stipendien für Medizinstudierende begegnen viele Bundesländer dem Nachwuchsproblem. Junge Medizinerinnen und Mediziner sollen so für die Arbeit in ländlichen Gebieten gewonnen werden.

Bei der Landarztquote wird ein Teil der Medizinstudienplätze an diejenigen vergeben, die Landärztinnen oder Landärzte werden möchten. Bei der Bewerbung kommt es nicht auf den Abitur-Schnitt an, sondern auf die Eignung und Erfahrung im medizinischen Bereich. Im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden dazu, später für mindestens zehn Jahre in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Die Landarztquote gibt es bisher in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Hessen, Saarland, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. 

Zudem gibt es Stipendien, bei denen Medizinstudierende einen gewissen Förderbetrag pro Monat erhalten, wenn sie sich zu einer Facharztausbildung in ländlichen Gebieten verpflichten. Die Bedingungen und Leistungen der Stipendien unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. 

Welche Maßnahmen gibt es, um die Arbeit auf dem Land attraktiver zu gestalten?

Weitere Maßnahmen, um die Arbeit auf dem Land für Mediziner attraktiver zu gestalten, finden sich im GKV-Versorgungsstrukturgesetz und GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Zum Beispiel sollen Ärztinnen nach einer Geburt eine Vertretung für einen längeren Zeitraum beantragen können als bisher. Um Zeit für die Kindererziehung zu haben, können Ärztinnen und Ärzte zudem sogenannte Entlastungsassistenten in der Praxis anstellen. Diese Maßnahmen sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. 

Neben diesen Maßnahmen wurden auch finanzielle Anreize geschaffen. Beispielsweise können Ärzte in ländlichen Gebieten Zuschläge für besonders wichtige medizinische Leistungen erhalten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen können außerdem die Niederlassung von Ärzten in unterversorgten Gebieten finanziell unterstützen. 

Welche Vorteile bieten medizinische Versorgungszentren?

Die Einrichtung medizinischer Versorgungszentren (MVZ) ist ein weiterer Ansatz, um den Arztberuf attraktiver zu gestalten und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. In solch einem Gesundheitszentrum arbeiten verschiedene Fachärzte, Therapeuten und Pflegekräfte unter einem Dach. Die Ärztinnen und Ärzte sind häufig in den Versorgungszentren angestellt. Das ist für viele junge Ärzte attraktiver als eine Selbstständigkeit mit eigener Praxis. Vorteile können das Arbeiten in Teilzeit und ein enger Austausch mit ärztlichen Kollegen sein.

Was leisten mobile Gesundheitsdienste?

Eine andere Idee zur Verbesserung der Versorgung sind mobile Gesundheitsdienste. So etwas kann zum Beispiel in Form einer “rollenden Arztpraxis” umgesetzt werden. Es gibt bereits Modellprojekte, bei denen eine Ärztin oder ein Arzt zu bestimmten Terminen in ländliche Gebiete kommt. Denkbar ist auch, dass Ärztinnen und Ärzte oder besonders ausgebildetes Pflegepersonal bestimmte Leistungen zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen erbringen.

Welche Konzepte gibt es im Bereich der Telemedizin?

Auch die Telemedizin kann dazu beitragen, die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Unter Telemedizin versteht man medizinische Leistungen über Ton und Bild, die auch auf Entfernung möglich sind. Zur Telemedizin gehören beispielsweise:

Zur Telemedizin zählen zum Beispiel Online-Sprechstunden, fachlicher Austausch zwischen Ärztinnen und Ärzten, Online-Patientenschulungen und die Fernüberwachung von medizinischen Daten.

Welche Herausforderungen spielen bei der stationären Versorgung auf dem Land eine Rolle?

Stationäre Einrichtungen auf dem Land stehen vor verschiedenen Herausforderungen, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten erschweren. Teil der stationären Versorgung sind unter anderem Akut-Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen oder Pflegeheime.

Ein großes Problem stationärer Einrichtungen ist ebenfalls der Fachkräftemangel. Ein Grund dafür ist die mangelnde Vergleichbarkeit der Facharztausbildung in kleinen und großen Krankenhäusern. Junge Assistenzärzte bekommen in größeren Krankenhäusern häufig eine größere Vielfalt an Ausbildungsinhalten geboten. Die Bewerbungen auf Stellen in den zumeist kleinen Krankenhäusern im ländlichen Raum nehmen daher ab. Die freien Stellen werden zunehmend durch ausländische Bewerber und Mitarbeiter besetzt.

Die ländliche Lage kann zudem ein wirtschaftliches Problem für eine stationäre Einrichtung darstellen. 

Stationäre Einrichtungen müssen eine teure Ausstattung vorhalten und lassen sich erst ab einer bestimmten Patientenzahl kostendeckend bewirtschaften. Werden nur wenige Personen betreut, fallen die Kosten für Gebäude, Anlagen und Personal besonders ins Gewicht. 

Wenn eine stationäre Einrichtung nicht kostendeckend arbeitet, muss sie die angebotenen Leistungen einschränken oder sogar schließen. In solchen Fällen werden manchmal mehrere kleine Einrichtungen zusammengelegt. Denn große Einrichtungen mit einem großen Einzugsbereich und guter Auslastung können wirtschaftlicher betrieben werden. Durch Schließungen und Zusammenlegungen gibt es immer weniger stationäre Einrichtungen auf dem Land. Je weniger Einrichtungen es auf dem Land gibt, desto länger sind die Anfahrtswege für die Patientinnen und Patienten.

Ein weiteres Problem der geringen Patientenzahl auf dem Land ist, dass dadurch weniger Untersuchungen und Behandlungen in den Kliniken durchgeführt werden. Wenn ein bestimmtes Untersuchungs- oder Behandlungsverfahren selten durchgeführt wird, fehlt den Ärztinnen und Ärzten die Übung. In größeren Kliniken wird dasselbe Verfahren womöglich regelmäßiger durchgeführt. Daher haben die Ärztinnen und Ärzte in großen Kliniken mehr Übung und können ein bestimmtes Verfahren bei gleicher Qualität in kürzerer Zeit durchführen. Dadurch können die Kosten pro Patient in größeren Kliniken gesenkt werden.

Welche neuen Ideen gibt es für die stationäre Versorgung auf dem Land?


Um die stationäre Versorgung auf dem Land zu verbessern gibt es verschiedene Ansätze.

Welche Ansätze beinhaltet die Krankenhausreform?

Das Gesetz zur Krankenhausreform soll zum 1. Januar 2024 in Kraft treten. Ziel der Krankenhausreform ist es, weitere Klinikschließungen zu vermeiden und eine flächendeckende medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten sicherzustellen.

Ziel der Krankenhausreform ist es, weitere Klinikschließungen zu vermeiden und eine flächendeckende medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten sicherzustellen.

Um das zu erreichen, sollen bestehende Krankenhäuser zu wohnortnahen Einrichtungen der Grundversorgung umgewandelt werden. Diese Krankenhäuser der Grundversorgung werden als „Level1i-Krankenhäuser“ bezeichnet.
Diese Einrichtungen sollen verschiedene Fachbereiche, Berufsgruppen sowie ambulante und stationäre Zentren bündeln. Krankenhäuser auf dem Land könnten dann mehr ambulante Leistungen anbieten und Facharztpraxen in der Region beratend zur Seite stehen.


Darüber hinaus sollen Neuerungen im Abrechnungssystem und die sogenannte Vorhaltevergütung die Krankenhäuser finanziell entlasten. Durch die Vorhaltevergütung sollen die Krankenhäuser unabhängiger von der Patientenzahl betrieben werden können.

Welche Krankenhäuser profitieren von Sicherstellungszuschlägen?

Eine weitere Maßnahme, um das Überleben von Krankenhäusern der Grundversorgung auf dem Land zu sichern, sind sogenannte Sicherstellungszuschläge. Sie betragen zwischen 400.000 und 800.000 Euro pro Krankenhaus und werden von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung finanziert. Um Zuschläge zu erhalten, müssen die Krankenhäuser bestimmte Kriterien erfüllen. Gefördert werden zum Beispiel Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Fachabteilung oder einer Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin.

Wie kann die Spezialisierung von Krankenhäusern die medizinische Versorgung verbessern? 

Eine weitere Möglichkeit, Krankenhäuser auf dem Land zu erhalten, sehen Experten in der Spezialisierung: Krankenhäuser in ländlichen Regionen könnten sich auf bestimmte Spezialbereiche konzentrieren, die sie mit benachbarten Krankenhäusern abstimmen. Die Angebote der Krankenhäuser würden sich dann gegenseitig ergänzen.

In diesem Zusammenhang wird auch die Telemedizin weiter an Bedeutung gewinnen. Kleinere Kliniken können beispielsweise per Tele-Beratung oder in Online-Sprechstunden Spezialisten hinzuziehen. Befunde und Bildgebungen können digital übermittelt werden sowie Fachärzte per Video zur Unterstützung der Notaufnahme zugeschaltet werden. 

Welche Herausforderungen gibt es bei der Notfallversorgung auf dem Land?

In Deutschland ist die sogenannte Hilfsfrist ausschlaggebend für die Dichte und Verteilung der Rettungswachen. Die Hilfsfrist ist der Zeitraum vom Eingang der Notfallmeldung in der Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Notfallort. In den meisten Bundesländern soll die Hilfsfrist nicht mehr als 10 Minuten betragen. Um diese Frist einzuhalten, muss die Anzahl, Verteilung und Ausstattung der Rettungswachen sinnvoll geplant werden. 

In ländlichen Regionen können die Hilfsfristen jedoch nicht immer eingehalten werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Aufgrund der angespannten Personalsituation können viele Notarzt-Dienste nicht besetzt werden.
  • Geht ein Notruf ein, wird der nächstgelegene Einsatzwagen mit Notarzt losgeschickt.
  • Der Notarzt hat dann unter Umständen einen längeren Anfahrtsweg.
  • Durch den längeren Anfahrtsweg kann es zur Überschreitung der Hilfsfrist kommen. 

Die Situation spitzt sich durch Schließungen von Rettungswachen und Kliniken sowie dem wachsenden Versorgungsbedarf der alternden Bevölkerung weiter zu.

Welche Konzepte gibt es für die Notfallversorgung in ländlichen Gebieten?

Um auf dem Land die Hilfsfristen einhalten und eine hochwertige Notfallversorgung gewährleisten zu können, sind neue Wege gefragt. Es wurden bereits verschiedene Konzepte zur Verbesserung der Notfallversorgung getestet: 

  • Telenotarzt
  • Stärkung der Wiederbelebungs-Kompetenz der Bevölkerung
  • Smartphone-basierte Alarmierung geschulter Ersthelfer
Zu den neuen Konzepten in der Notfallversorgung zählt der Telenotarzt, eine gestärkte Wiederbelebungs-Kompetenz der Bevölkerung und eine Smartphone-basierte Alarmierung geschulter Ersthelfer.

Wie können Telenotärzte die Notfallversorgung auf dem Land unterstützen?

In ländlichen unterversorgten Gebieten kann das Rettungsdienstteam durch eine Telenotärztin oder einen Telenotarzt unterstützt werden. Dazu werden aus dem Rettungswagen Daten und Werte der Patientin oder des Patienten in Echtzeit an den Telenotarzt übertragen. Dann kann die Telenotärztin oder der Telenotarzt aus der Ferne bei der Diagnosestellung und der Erstbehandlung helfen. Eine notwendige zeitkritische Behandlung kann unter Umständen so bereits vor der Ankunft in einem Krankenhaus beginnen. 

Welche Konzepte gibt es für den Einsatz von Laien- und Ersthelfern?

Eine weitere Möglichkeit um den teils längeren Anfahrtszeiten auf dem Land zu begegnen, ist der Einsatz geschulter Laienhelfer sowie ausgebildeter Ersthelfer. Über eine App auf dem Smartphone können sich die Helfer registrieren und werden bei einem Notfall in ihrer Nähe informiert. Die Helfer sind schnell am Notfallort und können dort erste Hilfe leisten bis der Rettungsdienst eintrifft. Lebensbedrohliche und zeitkritische Gesundheitszustände, wie zum Beispiel ein Herz-Kreislauf-Stillstand, sollen so besser versorgt werden. 

Welche Pläne gibt es für den Ausbau der Luftrettung?

Einzelne Bundesländer planen zudem den Ausbau der Luftrettung. Durch den Einsatz von Rettungshubschraubern können abgelegene Orte wesentlich schneller erreicht werden als durch den Rettungsdienst am Boden. Um möglichst viele Orte in angemessener Zeit erreichen zu können, fehlen aktuell jedoch Luftrettungs-Standorte. Neben dem Standort-Ausbau können auch die Einsatzmöglichkeiten in der Nacht und bei schlechten Wetterbedingungen ausgebaut werden.

Wo finde ich Hilfe, wenn ich medizinische Betreuung auf dem Land suche?

Wenn Sie auf der Suche nach einer Ärztin oder einem Arzt sind, können Sie die Arztsuche von gesund.bund.de nutzen. 

Ein Krankenhaus in Ihrer Nähe können Sie mit der Krankenhaussuche von gesund.bund.de finden. 

Bei medizinischen Notfällen, bei denen Lebensgefahr besteht oder bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden können, bekommen Sie über den Notruf schnelle Hilfe. Den Notruf erreichen Sie deutschlandweit über die Rufnummer 112. 

Wichtig zu wissen: Wer eine Überweisung mit einem Vermittlungs- oder Überweisungscode hat (auch Dringlichkeitscode genannt), kann die regionalen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen in Anspruch nehmen.  

Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen vermitteln für gesetzlich Versicherte Termine bei Fachärzten innerhalb von vier Wochen. Termine zur psychotherapeutischen Sprechstunde sowie für Frauen- und Augenärzte werden auch ohne Überweisung vermittelt. Die Terminservicestellen helfen auch dabei, einen Kinder- oder Hausarzt zu finden – ebenfalls ohne Überweisung. Termine bei einer bestimmten Ärztin oder einem bestimmten Arzt können bei diesen Stellen nicht gemacht werden. 

Termine können bei den Terminservicestellen über die Rufnummer 116 117 oder online über den E-Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigungen vereinbart werden. Der zwölfstellige Vermittlungscode muss bei der Terminvereinbarung genannt werden. 

Ist keine Terminvermittlung möglich, sollte der Patientin oder dem Patienten ein Termin bei einer ambulanten Stelle im Krankenhaus angeboten werden.

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